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1. Das Wolfsfell

Das Wolfsfell zeigt viele Farbtönungen. Selbst das Fell eines grauen Wolfes setzt sich aus verschiedenen Farbtönen zusammen. Schwarz-, weiß-, grau- und braungefärbte Haare vermischen sich zu einem Gesamtton, der sich vorwiegend auf dem Rücken und Schwanz verdunkelt. Die Bauchregion, die Läufe, die Ohren und die Schnauze sind meist gelbbraun. Alte Wölfe sind grauer als ihre jüngeren Weggefährten. Der Wolf hat ein Doppelfell und drei "Umhänge". Das bis zu 10 cm lange Deckhaar bildet eine Art Schirm, der Regenwasser wie ein imprägnierter Regenmantel abstößt. Das Unterfell dient der Wärmeerhaltung im Winter. Der Wolf verliert es im Frühjahr. Dies ist vor allem in Regionen wie der mexikanischen Wüste wichtig, wo die Temperaturen im Jahr zwischen -50°C und 45°C schwanken können - ein Unterschied von 95°C ! Die Farbgebung des Wolfes erschwert es, ihn in seiner natürlichen Umgebung auszumachen. Die Farbe des Fells geht im Hintergrund auf und macht ihn nahezu unsichtbar. Das Fell solcher Wölfe, die sich vorwiegend in den Wäldern aufhalten, ist oft schwarz. In Gebieten, wo die Farben des Pflanzenbewuchses wechseln, haben auch die Wölfe oft mischfarbige Felle. Das Gesicht des Wolfs ist so entwickelt, daß es den Blick auf die Augen lenkt, da der Augenkontakt von hoher Bedeutung ist. Das Feld um den Augen unterstreicht deren Ausdruckskraft, indem es sie viel größer erscheinen läßt, als sie wirklich sind. Die Ränder der Ohren sind hell eingefärbt, um einen Kontrast zu einem dunklen Hintergrund zu bilden. Das Innenohr ist dunkel gefärbt, um einen Kontrast zu einem hellen Hintergrund zu bilden. So sind die Ohren fast immer deutlich erkennbar. Das Fell dient aber auch der Kommunikation. Der Wolf kann sein Fell sträuben und wirkt dadurch größer. Bei Rangstreitigkeiten wird dies oft als zusätzliche Drohgebärde eingesetzt.



 

2. Das Gehör

Wölfe haben ein hochentwickeltes Gehör. Sie können bis zu 10 km entfernte Geräusche hören, sogar Hochfrequenztöne, die kein Mensch wahrnehmen kann, wie z.B. die Laute der Fledermäuse und Tümmler. Selbst im Schlaf stellen die Wölfe ihre Ohren auf, um jegliche Geräusche in ihrer Umgebung wahrzunehmen. Dadurch sind sie ständig über mögliche Beute informiert und werden frühzeitig vor sich nähernder Gefahr gewarnt. Ihre großen, spitz zulaufenden Ohren funktionieren wie Trichter. Sie können dadurch ungleich mehr Geräusche und Töne einfangen als der Mensch. Der Wolf kann auch leicht bestimmen, von wo ein Geräusch kommt. Er dreht seine Ohren einfach in die Richtung des Geräusches. Auf diese Weise macht er sogar kleine Nagetiere im Tiefschnee aus.



 

3. Der Sehsinn

Wölfe besitzen ein relativ schlechtes Sehvermögen. Sie können die Mitglieder des eigenen Rudels nur bis zu einer Entfernung von 30-50 m identifizieren. Die ausdrucksstarken Gesichtsmerkmale und die Ohren besitzen für die gegenseitige Wahrnehmung der Wölfe daher große Bedeutung. Die Myopie der Wölfe beruht auf dem Fehlen der Fovea Centralis, einer kleinen Ausbuchtung in der Mitte der Netzhaut des Auges. Sie erhöht bei Menschen, Affen und einigen anderen Tierarten die Sehstärke um ein Vielfaches. Es ist natürlich unmöglich festzustellen, wie deutlich ein Wolf wirklich sieht, wenn er etwas direkt anblickt. Doch dürfte sein Sehbild im Nahbereich in etwa einem unscharfen Foto gleichen, das mit weit geöffneter Blende und sehr kurzer Belichtungszeit aufgenommen wurde. Trotzdem können Wölfe eine Gestalt, vor allem, wenn sie sich bewegt, mit bemerkenswerter Präzision ausmachen. Selbst die geringste Bewegung einer Fliege in 3 m Entfernung wird von ihnen wahrgenommen; größere Tiere, die sich bewegen, werden problemlos noch in weit größerer Distanz erkannt. Auch die Wolfsaugen sind wie beim Menschen nach vorne gerichtet, so daß sich die Blickfelder beider Augen in einem großen Bereich überschneiden und dadurch binokulares (Dreidimensionales) Sehen ermöglichen. Das ist wichtig, um Entfernungen abzuschätzen. Fast alle Landraubtiere haben diesen "180°-Blick". Strittig ist die Frage, ob der Wolf farbenblind ist oder nicht. Fest steht, daß er nicht dasselbe Farbenspektrum wie der Mensch wahrnehmen kann, da die physische Struktur der beiden Augenarten sich zu sehr unterscheidet. Das Dunkel- oder Nachtsehvermögen der Wölfe übertrifft das des Menschen aber bei weitem. Wölfe können bei Dunkelheit nicht nur mehr, sondern auch sehr viel weiter sehen.



 

4. Der Geruchsinn

Der mit Abstand wichtigste Sinn für Wölfe und Hunde ist der Geruchssinn. Dieser ist nach heutigem Wissen mindestens 100 bis 1000 mal besser ausgeprägt als der des Menschen. Unter guten Bedingungen können Wölfe eine Beute noch auf bis zu 3 Km Entfernung riechen. Spuren können noch nach drei Tagen wahrgenommen werden. Der Geruchssinn spielt aber nicht nur auf der Jagd eine Rolle, sondern die Wölfe erkennen sich auch gegenseitig am Geruch. Weiterhin wird mit individuellen Duftmarken (Urin, Kot) das "Homerange" markiert. (Die Begriffe "Revier" oder "Territorium" sind inzwischen veraltet und von Verhaltensforschern durch die Bezeichnung "Homerange" ersetzt worden.)



 

5. Die Pfoten und Läufe

Die Vorderpfoten haben fünf, die Hinterpfoten nur vier Zehen. Sie messen bis zu 13 cm. Robust und widerstandsfähig im geballten Zustand, lassen sich die Zehen der Pfoten auch ausspreizen, um kleinere Objekte, wie Steine oder Holzstücke, zu greifen oder über schwieriges Terrain zu klettern. Im Laufen beläßt der Wolf seine Pfoten im geballten Zustand, um die Auftrittsfläche und Reibung zu reduzieren. Um im Schnee leichter voranzukommen, übernimmt abwechselnd ein Wolf die Führung. Alle anderen folgen ihm in der gelegten Spur. Wölfe laufen auf ihren Zehen. Dadurch verlängern sie ihre Läufe und erreichen eine höhere Geschwindigkeit (bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 65 km/h).




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