1: Beelzemertel (meine persönliche Lieblingsfigur :-) ) 2: Schneesternprinzessin 3: Die weiße Frau 22 weitere Geschichten im Buch
1: Peterle und der Beelzemertel
Peterle war ein siebenjähriger
Junge, der es mit seinen Späßen allzu arg trieb. Vater, Mutter und Oma waren
sehr betrübt darüber. Wollte Peterle doch gar nicht hinhören, wenn sie ihn alle
ermahnten, es doch nicht so toll zu treiben. Aber Peter lachte nur darüber und
machte seine Faxen, wie sooft. Man sollte ihn doch in Ruhe lassen, dachte er
noch genervt. Nun wusste er, dass bald der Nikolaus und sein Geselle, der
Beelzemertel, kommen würden, es war doch schon Anfang Dezember.
Der Nikolaus war der Gute und der
Beelzemertel der Böse. So ähnlich wie der Knecht Ruprecht, nur dass der
Beelzemertel wirklich zum Fürchten ist, da er all die bösen Kinder einsammelt,
in seinen Sack steckte und mitnahm. Der Beelzemertel verteilte auch keine
Süßigkeiten, sondern nur Hiebe mit der Rute. Drückte der Knecht Ruprecht auch
oft ein Auge zu, so hatte der Beelzemertel auch noch Spaß an seiner Bestrafung.
Auch er trug ein Säcklein mit sich herum, aber nicht mit Süßigkeiten gefüllt.
Er schlicht sich, wenn es dunkel wird, durch die Gassen und fand leider immer
wieder Kinder, die all zu böse sind. Oft reichte schon seine Rute, die er
bedrohlich hin und her schwenkte. Dann versprachen ihm die Kinder sofort, von
jetzt an immer artig zu sein. Diese nahm er dann nur nicht mit sich mit.
Als Peterle davon hörte, sagte er sich: ‚Na den Beelzemertel werd ich
heute aber ärgern. Ich werde mich auf die Lauer legen und eine Schnur über den
Weg ziehen. Wenn er dann kommt, werde ich ganz schnell ziehen, so dass er
stolpert und in die große Pfütze fallen muss, die dort unten an den Büschen
ist. Er wird dann pitsche, patsche nass werden.’ Vor lauter Vorfreude über
seinen Streich hüpfte er hin und her und klatschte vergnügt in seine Hände.
Wie es weiter geht erfahrt ihr im Buch Fabeln, Märchen und Geschichten von mir.
2:
Die Schneesternprinzessin
„Aua! Pass doch auf, wohin du
fliegst!“, schimpfte die kleine Schneesternprinzessin Wunsiesie und zog
schmerzhaft ihre linke Schulter ein.
„Das habe ich nicht gewollt.
Ehrlich, das musst du mir glauben“, antwortete ihre Freundin Maneli und drehte
schwungvoll die nächste Pirouette. „Siehst du, das geht einfach“, rief sie ganz
außer Atem.
„Das nächste Mal musst du aber
besser mit deinen Spitzen aufpassen!“, belehrte Wunsiesie Maneli, rieb sich
vorsichtig am Oberarm und zog ein paar kleine Kristalle, die Maneli dabei
verloren hatte, heraus. „Du kannst einen so richtig damit verletzen“, schob sie
noch nach und verzog ihren kleinen Schmollmund. Ihre langen schwarzen Haare
waren zu einer Krone gesteckt worden, denn heute war ja der Wettbewerb der
tanzenden Schneeflocken. Wer von ihnen die Beste war, bekam dann noch eine
kleine Sternenkette hinein gesponnen.
„Komm, übe noch ein bisschen,
bevor der Wettbewerb anfängt“, rief ihre Freundin und machte einen kleinen
Salto dabei. Wunsiesie hatte eigentlich keine große Lust dazu, denn sie wusste,
dass sie, wie alle Tage zuvor wieder gewinnen würde.
Schon tanzten Tausende kleine
Schneeflocken am Himmel und übten fleißig, überall glitzerte und schillerte es.
Erst wenn die Schneeflocke einmal den Wettbewerb gewonnen hatte, wurde sie zum
Schneestern! Es war eine Freude, ihnen dabei zuzusehen. So ein Spektakel war
nicht alle Tage zu sehen.
Wie es weiter geht erfahrt ihr im Buch Fabeln, Märchen und Geschichten von mir.
3:
Wer sie sieht geht mitWeihnachtsgeschenken leer aus.
Die Weiße Frau
„Stimmt das wirklich, du hast die
Weiße Frau gesehen?“, fragte die siebenjährige Jule neugierig ihren um zwei
Jahre älteren Bruder, Nils hatte stark mit seinem Erlebnis angegeben. „Du weißt
doch, wer die Weiße Frau sieht, bekommt nichts zu Weihnachten, und du wolltest
doch den großen roten Autolaster unbedingt haben“, schob Jule nach. „Und auch
den Bagger!“
Nils kratzte sich am Kopf, was
bei ihm eine dumme Angewohnheit war. Laut dachte er nach: „ Nun, wenn ich es
mir genau überlege, bin ich mir doch nicht ganz sicher, vielleicht habe ich mir
das nur eingebildet.“ Denn wegen seiner Wichtigtuerei wollte er doch nicht auf
all die schönen Weihnachtsgeschenke verzichten. Am Ende kam die weiß gekleidete
Frau wirklich und nahm all seine Geschenke weg. Nein, das durfte nicht
geschehen.
„Ich habe es gewusst, du
Aufschneider, wolltest dich nur wichtig machen“, sagte Jule und lachte ihn aus.
Nils wollte sich das nicht gefallen lassen und schubste Jule so arg, dass sie
hin fiel und zu weinen anfing. „Du dumme Mimose, hör auf zu flennen“, raunzte
er seine Schwester an. Er wollte nicht, dass die Mutter ins Kinderzimmer kam,
denn das bedeutete, dass er vielleicht wegen der Schubserei gescholten wird.
Aber es war zu spät, schon erschien die Mutter im Türrahmen.
„Was ist denn hier los, was ist
passiert?“, fragte sie leicht bestürzt und blickte beide fragend an. Nils, der
verlegen hin und her wippte, quäkte: „Jule ist selber Schuld, ich bin kein
Aufschneider.“ „Kratz dich nicht immer am Kopf, Nils", tadelte ihn seine
Mutter leicht. Ging dann zu Julchen und nahm sie liebevoll in die Arme. „Scht,
scht, ist doch schon gut, meine Kleine“, tröstete sie Jule, die sofort aufhörte
zu weinen. Nur noch ein paar kleine Schluchzer waren zu hören. „Komm und putz
dir dein Näschen“, meinte ihre Mama mit sanfter Stimme und reichte ihr ein
Taschentuch.
"Schwesterchen, wir wollen uns wieder vertragen“, sagte Nils
und hielt ihr die Hand zur Versöhnung hin. Noch etwas bockig griff sie danach.
„Na gut, wenn du meinst, aber...“ Schon wurde Julchen von ihrer Mutter
unterbrochen:
„Scht, nicht schon wieder streiten, ihr beiden“, und lächelte
ihnen liebevoll zu. Dass Nils etwas schadenfroh schaute, bemerkten sie nicht.
„Um was ging es denn?“, fragte die Mama und blickte ihre zwei Sprösslinge
erwartungsvoll an. „Na, um die Weiße Frau. Erst meint Nils, dass er sie gesehen
hat und dann wieder nicht. Was stimmt denn nun?“, fragte Julchen neugierig und
blickte ihrem Bruder fest in die Augen. „So, so, um die Weiße Frau geht es
also?“, hakte die Mama nach. „Ja, jetzt ist Weihnachtszeit, wo sie wieder ihr
Unwesen treibt, und den Menschen, die sie beobachten, die Geschenke wegnimmt.“
„Und, Nils, hast du sie gesehen?“.
Wie es weiter geht erfahrt ihr im Buch Fabeln, Märchen und Geschichten von mir.
Tiere, Menschen und märchenhafte Wesen geben sich in diesem Buch ein
Stelldichein.
Sternschnuppe Susi fliegt durch die unendlichen Weiten des Universums,
Kasimir, die Vogelscheuche, wandert durch die Lande,
zwei Schnecken veranstalten ein Wettrennen und Beelzemertel, der grimmige
Begleiter des Weihnachtsmannes, erteilt unartigen Kindern eine Lehre.
In diesem bunten Fabeln und Geschichten-Kaleidoskop entführt Uschi Hahn kleine
und große Leser in ihre Welt der Märchen zu einem Lesevergnügen, das Langeweile
nie aufkommen lässt.