„Seht ihr das Selbe wie ich?“, fragte der Fuchs und
unterdrückte ein Kichern.
„Nun, wenn du diese klapprige Gestalt meinst, die da durch
den tiefen Schnee im Unterholz stampft?“, schmunzelte der Hasenvater vor sich hin.
Dabei zeigte er mit seiner Pfote auf eine sehr merkwürdige Gestalt. Ja, sie war
komisch anzusehen. Zwei zusammengenagelte Hölzer mit einem Strohhut auf dem
Kopf. Auch seine Kleidung war arg heruntergekommen und verschlissen.
„Hm, wenn ich mich nicht täusche, hab ich den schon mal
gesehen!“, brummte der Bär und kratzte sich am Kopf. Das tat er immer, wenn er
überlegte. „Irgendwo, irgendwo?“, brummte er weiter. „Ach was, so was
Hässliches hab ich noch nie gesehen“, antwortete der Fuchs und schlich sich näher
an die Gestalt. Das kleine Häschen, das bis jetzt hinter einem Baumstamm
gekauert hatte, hoppelte natürlich gleich mutig hinterher.
„Auwei, der zittert jaganz
doll. Nun, was bei seiner löchrigen Kleidung auch nicht sehr verwunderlich
ist!“, setzte der Fuchs altklug nach. „Aber kennen, nee, kennen tu ich den
nicht“.
„He du, wer bist du und was suchst du in dieser kalten
Jahreszeit hier bei uns im Wald?“, rief eine vorwitzige Eule hoch oben aus
einer schwer mir Schnee beladenen Tanne. Bei jeder leichten Bewegung rieselte
der Schnee zart von den Zweigen. Erschrocken hielten die anderen Tiere den Atem
an. Dabei drückten sie sich so weit es ging tief in den Schnee hinein. Keiner
wollte als erster entdeckt werden. Man konnte ja nie wissen, ob diese komische
Figur gut oder böse war. Vorsicht war immer geboten. Der klapprige Gesellehielt inne und schaute sich suchend um. Dabei
verrutschte der Strohhut, den er prompt wieder gerade rückte. Seine Augen
schauten suchend herum, aber auf den ersten Blick konnte er nichts entdecken.
Lautes Gelächter aus dem Geäst der Tanne ließ ihn dann nach oben blicken. Dabei
entdeckte er die große Eule.
„Eh, du, was gibt es da zu lachen?“, schrie Kasimir, so hieß
die seltsame Gestalt, hinauf zur Eule. „Das find ich aber nicht schön, dass du
mich hier so einfach auslachst!“
Kasimir erfährt die Weihnachtsgeschichte von den Tieren aus dem Wald. Lasst euch überraschen wie sie die Geschichte aus ihrer Sicht erzählen.
Tiere, Menschen und märchenhafte Wesen geben sich in diesem Buch ein
Stelldichein.
Sternschnuppe Susi fliegt durch die unendlichen Weiten des Universums,
Kasimir, die Vogelscheuche, wandert durch die Lande,
zwei Schnecken veranstalten ein Wettrennen und Beelzemertel, der grimmige
Begleiter des Weihnachtsmannes, erteilt unartigen Kindern eine Lehre.
In diesem bunten Fabeln und Geschichten-Kaleidoskop entführt Uschi Hahn kleine
und große Leser in ihre Welt der Märchen zu einem Lesevergnügen, das Langeweile
nie aufkommen lässt.