Gedanken
Bevor du urteilen willst, über mich und mein Leben, ziehe meine Schuhe an und laufe meinen Weg, durchlaufe die Straßen, Berge und Täler, fühle die Trauer, erlebe den Schmerz und die Freuden und erst DANN kannst du über mich urteilen!
Jetzt bist du schon 4 Jahre unser Kind. Wir möchten die Zeit mit dir nicht missen. Du schenkst uns sehr viel Freude und eine andere Sichtweise der Dinge. Viele Dinge sind für uns nicht wichtig, nach denen andere vielleicht streben. Wir freuen uns über sehr sehr kleine Fortschritte oder auch nur über ein herzliches Lachen von dir.
Es gibt bei uns wie in jeder Familie Tage, die gut waren und Tage, die man lieber streichen möchte. Manchmal ist es ist nichts Ungewöhnliches, ein besonderes Kind zu haben, doch manchmal ist es sehr schwer. Wir kämpfen oft mit Kleinigkeiten, die man sich gar nicht vorstellen kann. Spontan in ein Auto steigen und einkaufen oder irgendwo hinfahren, das geht nicht so einfach. Immer müssen wir vorher entweder den Rolli oder den Rehabuggy mitnehmen, denn zum Tragen bist du einfach schon zu schwer. Wir müssen uns immer vorher erkunden, ob denn alles behinderten gerecht ist. Denn was nützt uns ein Rolli, wenn wir ihn dann aufgrund von Treppen oder nicht geeigneten Zügen nicht benützen können. Das ist manchmal alles sehr beschwerlich und zehrt oft an unseren Kraftreserven. Aber dann sind da auch wieder die kleinen Lichtblicke, die die grauen Gedanken und Sorgen vertreiben.
Vergessen wir deshalb nie: Nichtbehindert zu sein ist kein Verdienst, sondern ein Privileg, das uns jederzeit wieder genommen werden kann.
Das wollten wir zum Schluss noch sagen:
Wir freuen uns, dass so viele in unserer persönlichen Umgebung Interesse an Christina`s Krankheit und Leben haben. Wir geben immer gerne Auskunft, deshalb einfach Fragen stellen und ganz ehrlich sein, das ist uns das Liebste .
Andrea und Karlheinz
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