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Weihnachtsmärchen



Weihnachten der Tiere


Die Tiere diskutierten einmal über Weihnachten. Sie stritten, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei.
"Na klar,Gänsebraten", sagte der Fuchs, "was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten!"
"Schnee ",sagte der Eisbär," viel Schnee !"Und er schwärmte verzückt: "Weisse Weihnachten feiern!"
Das Reh sagte:" Ich brauche aber einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten feiern."
"Aber nicht so viele Kerzen", heulte die Eule"schön schummrig und gemütlich muss es sein. Stimmung ist die Hauptsache!"
"Aber mein neues Kleid muss man sehen"sagte der Pfau"wenn ich kein neues Kleid kriege, ist für mich kein Weihnachten".
"Und Schmuck", krächzte die Elster, jede Weihnachten kriege ich was: einen Ring, ein Armband, eine Brosche oder eine Kette, das ist für mich das Allerschönste".
"Na ,aber bitte nicht den Stollen vergessen", brummte der Bär, "ist doch die Hauptsache, wenn es den nicht gibt und die süssen Sachen, verzichte ich lieber auf Weihnachten".
"Machs wie ich",sagte der Dachs,"pennen, pennen, das ist das Wahre an Weihnachten, mal richtig ausschlafen!"
"Und saufen",ergänzte der Ochse", mal richtig einen saufen und dann pennen....";....dann aber schrie er "auaaaaa!!";denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt: "Du Ochse, denkst du denn nicht an das Kind?" Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte: "Das Kind,ja das Kind, ja  das Kind ist die Hauptsache." "Übrings",fragte der Esel:"ob das auch die Menschen wissen???????????




Sankt Nikolaus

Der Vater spricht zu seinen Kindern......
Es wird aus der Zeitung vernommen
Das der heilige St. Niklaus werde kommen
Aus Moskau,wo er gehalten werd
Und als ein Heilger wird geehrt;
Er ist bereits schon auf der Fahrt,
Zu besuchen die Schuljugend zart,
Zu sehen was die kleinen Mägdlein und Knaben
In diesem Jahre gelernt haben
In Beten, Singen, Schreiben und Lesen,
Auch ob sie sind hübsch fromm gewesen.
Er hat auch in seinen Sack verschlossen,
Schöne Puppen aus Zucker gegossen,
den Kindern welche hübsch frömm wären,
Will er solche schönen Sachen verehren.

Das Kind spricht :
Ich bitte dich, St. Niklaus, sehr,
In meinem Hause auch einkehr,
Bring Bücher, Kleider und auch Schuh,
Und noch viel schöne gute Sachen dazu,
So will ich lernen wohl,
Und fromm sein, wie ich soll....

Der Nikolaus antwortet darauf.....
Gott grüss euch, lieben Kinderlein
Ihr sollt Vater und Mutter gehorsam sein,
So soll euch was Schönes bescheret sein;
Wenn ihr aber dasselbige nicht tut,
So bring ich euch den Stecken und die Rut

 

Charles Dickens

http://de.academic.ru/pictures/dewiki/67/Charlesdickens.jpg

Weihnachtsgeschichte

Die Hauptfigur, um die sich alles in Dickens Weihnachtsgeschichte dreht, ist Ebenezer Scrooge, seines Zeichens ein Geschäftsmann, der es nur auf seinen eigenen Profit absieht und nicht an andere Menschen denkt. Das Weihnachtsfest interessiert Scrooge nicht – für ihn könnte der Tag besser genutzt werden, wenn alle Menschen normal arbeiten würden, so wie er es vor hat. Zu Beginn der Geschichte erlebt man Scrooge in unterschiedlichen Situationen, die seine kalte Einstellung, seinen Geiz und seine selbstproduzierte Einsamkeit darstellen.

Scrooge rechnet nicht damit, was ihm in diesem Jahr an Weihnachten passieren soll: Gleich vier Geister suchen ihn, der nicht viel Sinn für den feierlichen Anlass hat, auf. Der erste Geist ist hierbei ein verstorbener Kollege Scrooges, der ein ähnliches Leben führte, wie der geizige Geschäftsmann selbst. Die Botschaft des Geistes ist klar: Entweder Scrooge ändert sein Leben von Grund auf oder das Selbige wird, wie bei seinem mit Ketten behangenen ehemaligen Geschäftspartner, ein unschönes Ende nehmen.

Verdeutlicht wird die Botschaft dadurch, dass Scrooge im Folgenden von drei weiteren Geistern aufgesucht wird: Vom Geist der vergangenen Weihnacht, vom Geist der diesjährigen Weihnacht und schlussendlich vom Geist der zukünftigen Weihnacht.

Der Geist der vergangenen Weihnacht

Zunächst wird Scrooge vom Geist der vergangenen Weihnacht, der seine Gestalt nach Bedarf wandeln kann, auf eine interessante Reise mitgenommen. Auf dieser kann er noch einmal unterschiedliche Weihnachtsfeste, die er in seinem Leben verbracht hat, erleben. Angefangen über eine einsame Weihnacht als kleiner Junge über eine im jungen, ausgelassenen Lehrlingsalter bis hin zu der Weihnacht, in der die Beziehung zu seiner Geliebten endet. Der Grund für die Trennung waren bereits die Charakterzüge, die Scrooge heutzutage in Reinkultur an den Tag legt: Geschäftsbesessenheit und Desinteresse an anderen Menschen.

Zudem muss Scrooge durch den Geist erfahren, dass seine ehemalige Verlobte nun glücklich zusammen mit ihrer neu gegründeten Familie Weihnachten verbringt – ein glückliches Leben, auf das sich Scrooge jede Chance genommen hat. Scrooge zeigt sich überraschenderweise nicht unberührt von den Ausschnitten aus seinem Leben. Im Gegenteil: Er leidet an den Erinnerungen und wehrt sich gegen das Betrachten weiterer Sequenzen aus seinem Leben. Scrooge soll aber nur eine kleine Pause vergönnt bleiben, denn schon bald nach dem Verschwinden des ersten Geistes, erscheint der zweite Geist – der Geist der diesjährigen bzw. gegenwärtigen Weihnacht.

Der Geist der diesjährigen Weihnacht

Der gutmütige Geist der gegenwärtigen Weihnacht entführt Scrooge als nächstes. Wie der Name des Geistes bereits andeutet, wird dieser zusammen mit Scrooge nicht ehemalige Weihnachtsfeste besuchen, sondern solche, die in diesem Jahr stattfinden. Die Weihnachtsfeiern, die der Geist mit Scrooge aufsucht, sind diejenigen eines Angestellten von Scrooge sowie diejenige seines Neffen. Beide Besuche halten Ebenezer auf unterschiedliche Art und Weise den Spiegel vor.

Beim ersten Besuch beobachtet Scrooge die Weihnachtsfeier im Hause seines Angestellten Bob Cratchit. Die Feier findet in sehr ärmlichen Verhältnissen statt. Hier wird Scrooge deutlich, dass sein Geiz der Familie kein festlicheres Weihnachten erlaubt. Hinzu kommt, dass der Sohn der Familie an einer schweren Krankheit leidet, die offenbar ebenfalls aus Geldmangel nicht ausreichend therapiert werden kann. Das Verblüffende an der Situation ist, dass die Familie trotz der widrigen Umstände ein harmonisches Fest feiert, das frei von Neid und Missgunst ist: Hier herrschen Liebe und Geborgenheit, die mehr als die teuersten Geschenke wert sind. Scrooge ist ergriffen von dem Anblick der glücklichen Familie und sich seiner Mitschuld an ihrer gegenwärtigen Situation bewusst.

Beim zweiten Besuch in Begleitung des Geistes der aktuellen Weihnacht wird die Kritik an Scrooges Lebenswandel sehr viel direkter dargestellt. Scrooge muss hier einer Situation beiwohnen, in der sich sein Neffe zusammen mit Freunden über ihn und sein geiziges Verhalten lustig macht. Scrooge wollte Weihnachten nicht zusammen mit seinem Neffen feiern, was diesen zu dieser Schmähung bewegt. Auch die harten Worte schmerzen dem nun immer weicher werdenden Ebenezer. Damit ist aber noch lange nicht Schluss: Zwar verschwindet nach einem Gespräch mit Scrooge auch bald der Geist der diesjährigen Weihnacht so plötzlich wie er gekommen ist, Scrooge soll aber noch von einem dritten Geist aufgesucht werden: Von dem Geist der zukünftigen Weihnacht.

Der Geist der zukünftigen Weihnacht

Der dritte Geist, der in Dickens Weihnachtsgeschichte auftaucht, unterscheidet sich stark von den beiden ersten Geistern. Er ist der Geist der zukünftigen Weihnacht. Im Gegensatz zu den Geistern der vergangenen und der jetzigen Weihnacht wird er dunkel und unheimlich dargestellt. Der dunkle Geist der zukünftigen Weihnacht entführt Scrooge auf eine dritte und letzte Reise.

Auf dem Weg durch die britische Hauptstadt hören der Geist und Scrooge Gespräche, in denen es um den Tod eines unbeliebten Menschen geht. Niemand weint der betreffenden Person auch nur eine Träne nach, und das obwohl sie offenkundig recht reich gewesen sein muss. Über wen die Menschen so negativ reden, kann Scrooge nicht verstehen. Schnell vermutet er aber anhand der Charakterisierungen, dass es sich um ihn selbst handeln muss. Im Laufe der Reise kommen immer mehr Indizien zusammen, die Scrooges düstere Vermutung unterstützen. Das was Scrooge bei der ganzen Sache am meisten bestürzt ist, dass niemand auch nur ansatzweise Trauer angesichts seines Ablebens zeigt. Ganz im Gegenteil, beispielhaft zeigt der Geist Scrooge Menschen, die sich über dessen Tod freuen, da sie durch ihn eine Last abgenommen bekommen haben. Im Gegensatz dazu kann Scrooge durch die Kräfte des Geistes auch noch erleben, was echte Liebe und Trauer sind. Beide besuchen erneut die Familie von Bob Cratchit: Der arme Sohn Tim ist gestorben und die gesamte Familie trauert tief und aufrichtig um das Kind.

Zum Ende der Reise mit dem dritten Geist wird Scrooge auch die letzte Illusion genommen: Er erblickt einen Grabstein, auf dem sein Name steht. Er hat dementsprechend keinen Grund mehr daran zu zweifeln, dass er die Person war, über dessen Tod niemand in der ganzen Stadt auch nur eine Träne verloren hat.

Scrooges Wandlung

Alle Geister verfolgen, wie bereits deutlich geworden zu sein scheint, ein und dasselbe Ziel: Scrooge soll gezeigt werden, dass sein bisheriges Leben sinnlos und leer war. Werte wie Liebe, Geborgenheit, Mitgefühl und Solidarität fehlten in seinem Leben. Ersetzt hat er sie durch das seelenlose Streben nach Geld. Und tatsächlich gibt es ein Happy End in Dickens Weihnachtsgeschichte: Scrooge wird durch das Erscheinen der Geister wachgerüttelt: Als er am nächsten Morgen aufwacht und es Weihnachten ist, beschließt er, sein Leben von Grund auf zu ändern und begeht gleich mehrerer Wohltaten. Zu diesen gehört unter anderen, dass er Bobs Gehalt erhöht, sodass Tim besser versorgt und gerettet werden kann. Scrooge selbst entschließt sich zudem, dieses Jahr doch Weihnachten zu feiern, und zwar in der ausgelassenen Gesellschaft rund um seinen Neffen, die ihn nun gerne aufnimmt.

Die Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens appelliert ganz deutlich an das Gute im Menschen: Geld ist nicht alles im Leben, viel wichtiger ist es, ein offenes Ohr für seine Nächsten zu haben und Mitgefühl zu zeigen. Der Sinn von Weihnachten ist es, Liebe zu zeigen und die Gemeinschaft mit geliebten Menschen zu suchen. Natürlich steckt hinter Charles Dickens Weihnachtsgeschichte auch eine gehörige Portion Gesellschaftskritik. Ebenezer Scrooge muss wohl nur als ein exemplarischer Fall betrachtet werden. Um mehr Mitgefühl und Liebe in die Welt bringen zu können, müssen sich viele Menschen und – weiterinterpretiert – auch gesellschaftliche und politische Strukturen verändern.

Auch wenn die wichtigsten Geschehnisse der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens dieser kurzen Zusammenfassung entnommen werden können, sollte man sich die Zeit nehmen, die Weihnachtsgeschichte einmal im Original zu lesen. Hier kann man einen lebendigen Eindruck der Erzählkunst von Charles Dickens gewinnen.



AUCH EINE WEIHNACHTSGESCHICHTEhttp://dustysamy.beepworld.de/files/krippe2.gif

Ich will dem Kind doch auch was schenken. Ich kann doch nicht mit leeren Händen kommen.....

Was schenken ??? fragte sich der Hirtenjunge Jonathan, als der Himmel wieder Nachtdunkel und Sternenklar war wie vor einer Stunde. Dazwischen war Unglaubliches geschehen ...
Jonathan saß mit seinen Brüdern, seinen Eltern und den anderen Hirtenfamilien am Lagerfeuer. Sie erzählten sich Geschichten von der Zeit, als das Volk Israel die Feinde in die Flucht geschlagen hatte. Sie erzählten sich aber auch von schweren Zeiten. Gerade heute kam wieder ein Trupp römischer Soldaten vorbei. Die erste Schur der Schafe sei als Steuer zu bezahlen. Wann kommt Gott endlich zu Hilfe ???

Müde gingen schon einige der Hirten in ihre Zelte. Auch Jonathan fielen beinahe die Augen zu.
Doch was ist das, fragten die Hirten. Am Horizont war ein heller Streifen zu sehen. Er kam näher und näher. Hunde bellten. Die Schafe waren unruhig und rückten enger zusammen. Laub raschelte und der Wind strich über die Gräser. Lichtblitze durchschnitten den Himmel. Es wurde taghell. Ein rauschen war zu hören, durchbrochen von einem hellen Stimmengewirr und Klängen. Die Hirten bekamen grosse Angst.

Plötzlich wurde es still. Eine Stimme sprach: "Fürchtet Euch nicht. Siehe ich verkündige Euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird. Denn Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kindlein in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen."

Ein gewaltiger Chor stimmte ein: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, den Menschen seines Wohlgefallen" Das Licht wurde schwächer. Am Horizont blieb ein Lichtstreifen, und am Himmel leuchtete ein heller Stern.

"Da müssen wir hin. Gott kommt uns zu Hilfe. Er hat unsere Sorgen gehört. Wir müssen los, schnell schnell. Wir dürfen keine Zeit verlieren."

Jonathan war ganz aufgeregt. Er hatte nur einen Gedanken:" Ich will dem Kind doch was schenken. Ich kann doch nicht einfach mit leeren Händen zu ihm kommen. "Ihm kam eine Idee. Ich schenke ihm mein Fell ,auf dem ich
schlafe, das mich wärmt und das mich tröstet. Das wird das Baby gut gebrauchen können. Ich kann schon eine Weile auf dem Boden schlafen, bis ich wieder ein Fell von einem Schaf bekomme.
Wo bleibst Du Jonathan ? Wir müssen los. Der Heiland ist geboren. Beeil Dich, sonst gehen wir ohne  Dich!
Ja, ja ich komme ja schon. Bin schon unterwegs. Schon hatte er die Hirtengruppe eingeholt. Niemand merkte, dass sein Mantel etwas dicker war. Jonathan freute sich sehr. Und bald werden auch die Augen von Maria, Joseph und dem Jesuskind glänzen.


weihnachten01



 
Glitter Words

Auf Berlinerisch

Zu  jenau  die  Zeit  hat  Kaiser  Aujustus  `n  Jesetz jemacht,  wat  besachte,  det  nu  alle  Leute  Steuer  zahl'n solln. Dit war det erste Mal, und passierte,  wie  Cyrenius  in  Syrien  Chef  von  det  janze  war.  Wejen dem jingen alle in die Stadt, wo se jebor'n  war'n. So hat 'et ooch Joseph aus Galiläa jemacht,  der  jing  von  Nazareth  Richtung  Bethlehem  in  Judäa,  wo  David  seine  Familie  herstammte.  Da  sollta sich melden mit Maria, seine Braut, die war  jrade schwanga. Und wie se da anjekomm'n sind,  war 't soweit, det se dit Kind kriejen sollte. Und so  bekam  se  nu  'nen  Sohn,  wickelte  'n  in  Windeln  und leechte ihn in 'ne Krippe, weil wo anders keen  Platz mehr war. Janz in de Nähe war'n Hirten, die  in  'na  Nacht  uff  'm  Feld  uff  de  Schafe  ufjepaßt  ha'm. 
 
Und  kiek  ma,  da  taucht  plötzlich  Jottes  Engel  uff, und justament war't tachhell, und da krichten  se't mit de (sprich: "mitte") Angst. Und der Engel  sachte:  "Nu  ma  keene  Bange,  Leute!  Wat  ick  zu  saren  hab',  läßt  bei  euch  und  all'n  andan  jroße  Freude uffkomm'n. Det is nämlich so: Da is heute
in  de  Stadt  vom  David  eener  jebor'n  wor'n,  den  nenn'n se Christus, und det is 'n janz Besonderer.  Den  erkennt 'a  daran,  det  'a  jewickelt  in  'ner  Krippe  liecht."  Und  denn  kam  noch  'n  janzer  Haufen  Engel,  die  ha'm  Jott  jelobt  und  ha'm  alle zusamm'n jesungen:
 
"Ehre sei Jott in de  Höhe  und  Friede  uff   Erden  und  'n  Menschen  een  Wohljefalln!" 
 
Wie  de  Engel  dann  wieda  wechjeflogen  sind,  sachte  eena  von  'n  Hirten  zu  'n  andern:  "Komm',  laßt  uns  ma  kieken  jehn,  ob  det  ooch  wahr  is,  wat  se  uns  da erzählt ha'm."  


Und da kam'n se ooch schon eilich jeloofen und  trafen uff Maria und Joseph mit ihr'm Kleen'n, wat  unjelogen  in  'ner  Krippe  laach.  Und  wie  sie  't jesehn hatt'n, da ha'm se 't weiterjesacht,  wat  se  von 'nen Engeln üba det Kind jehört ha'm. Und die  Leute, den'n sie 't jesacht ha'm, ha'm sich nur  jewundert  über  det,  wat  se  so  von'n  Hirten  jehört  ha'm.  Und  Maria  war  mächtich  jerührt  und  hat  darüba viel jegrübelt. 
 
Zu  juta  Letzt  sind  de  Hirten  wieda  nach  Hause  jejangen  und  ha'm  'n  lieben  Jott  jepriesen  und  jelobt  für  allet,  wat  se  jehört  und  jesehn  hatten.
Allet  war  jenau  so  jewesen,  so  wie  'et  ihnen  von  'nen Engeln jesacht wurde.




Worüber das Christkind lächeln musste
(Karl Heinrich Waggerl)

Als Josef mit Maria von Nazareth her unterwegs war, um in Bethlehem anzugeben, dass er von David abstamme, was die Obrigkeit so gut wie unsereins hätte wissen müssen, weil es ja längst geschrieben stand, - um jene Zeit also kam der Engel Gabriel heimlich noch einmal vom Himmel herab, um im Stall nach dem Rechten zu sehen. Es war sogar für einen Erzengel in seiner Erleuchtung schwer zu begreifen, warum es nun der allererbärmlichste Stall sein musste, in dem der Herr zur Welt kommen sollte, und seine Wiege nichts weiter als eine Futterkrippe.
Aber Gabriel wollte wenigstens noch den Winden gebieten, dass sie nicht gar zu grob durch die Ritzen pfiffen, und die Wolken am Himmel sollten nicht gleich wieder in Rührung zerfließen und das Kind mit ihren Tränen überschütten, und was das Licht in der Laterne betraf, so musste man ihm noch einmal einschärfen, nur bescheiden zu leuchten und nicht etwa zu blenden und zu glänzen wie der Weihnachtsstern.
Der Erzengel stöberte auch alles kleine Getier aus dem Stall, die Ameisen und die Spinnen und die Mäuse, es war nicht auszudenken, was geschehen konnte, wenn sich die Mutter Maria vielleicht vorzeitig über eine Maus entsetzte! Nur Esel und Ochs durften bleiben, der Esel, weil man ihn später für die Flucht nach Ägypten zur Hand haben musste, und der Ochs, weil er so riesengroß und so faul war, dass ihn alle
Heerscharen des Himmels nicht hätten von der Stelle bringen können.
Zuletzt verteilte Gabriel noch eine Schar Engelchen im Stall herum auf den Dachsparren, es waren solche von der kleinen Art, die fast nur aus Kopf und Flügeln bestehen. Sie sollten ja auch bloß still sitzen und Acht haben und sogleich Bescheid sagen geben, wenn dem Kinde in seiner nackten Armut etwas Böses drohte. Noch ein Blick in die Runde, dann hob der Mächtige seine Schwingen und rauschte davon.
Gut so. Aber nicht ganz gut, denn es saß noch ein Floh auf dem Boden der Krippe in der Streu und schlief. Dieses winzige Scheusal war dem Engel Gabriel entgangen, versteht sich, wann hatte auch ein Erzengel je mit Flöhen zu tun!
Als nun das Wunder geschehen war, und das Kind lag leibhaftig auf dem Stroh, so voller Liebreiz und so rührend arm, da hielten es die Engel unterm Dach nicht mehr aus vor Entzücken, sie umschwirrten die Krippe wie ein Flug Tauben. Etliche fächelten dem Knaben balsamische Düfte zu und die anderen zupften und zogen das Stroh zurecht, damit ihn ja kein Hälmchen drücken oder zwicken möchte.
Bei diesem Geraschel erwachte der Floh in der Streu. Es wurde ihm gleich himmelangst, weil er dachte, es sei jemand hinter ihm her, wie gewöhnlich. Er fuhr in der Krippe herum und versuchte alle seine Künste und schließlich, in der äußersten Not, schlüpfte er dem göttlichen Kinde ins Ohr. "Vergib mir!" flüsterte der atemlose Floh, "aber ich kann nicht anders, sie bringen mich um, wenn sie mich erwischen. Ich verschwinde gleich wieder, göttliche Gnaden, lass mich nur sehen, wie!"
Er äugte also umher und hatte auch gleich seinen Plan. "Höre zu", sagte er, "wenn ich alle Kraft zusammennehme, und wenn du still hältst, dann könnte ich vielleicht die Glatze des heiligen Josef erreichen, und von dort weg krieg ich das Fensterkreuz und die Tür...."
"Spring nur!" sagte das Jesuskind unhörbar, "ich halte stille!"
Und da sprang der Floh. Aber es ließ sich nicht vermeiden, dass er das Kind einwenig kitzelte, als er sich zurechtrückte und die Beine unter den Bauch zog. In diesem Augenblick rüttelte die Mutter Gottes ihren Gemahl aus dem Schlaf. "Ach, sieh doch!" sagte Maria selig, "es lächelt schon!"

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Wie der Opa den Krampus erschossen hat

Es war am 5. Dezember 1990, einem Mittwoch. Der ganze Tag war neblig, feuchtkalt und der späte Herbst zeigte, dass er schon bald seine Herrschaft an den Winter abtreten würde.
Auch die Tage wurden auch immer kürzer, um 17 Uhr war es schon finster. Viele alte Leute in der Stadt hatten Asthmabeschwerden und die Rettung war oft unterwegs.
Und jetzt, man beachte das Datum, natürlich auch die Höllensöhne mit Ihren Ruten und Ketten, brummend und rasselnd.
Damals, meine kleine Enkelin Christina, jetzt macht sie gerade ihren Führerschein, war bei den Nachbarskindern in unserer Terassenhaussiedlung einen Stock tiefer im Erdgeschoss. Sie spielte mit Christoph und Martin und war leicht nervös, denn die Krampusse liefen herum und man weiß ja nie. Martin, der ältere nahm die Sache gelassen, er war ja schon 9 Jahre und kannte sich aus. Der Chef sozusagen.
Und alle warteten auf den Nikolaus, der bestellt und mit dem Spickzettel samt den aufgelisteten guten und den weniger guten Taten und mit einem Sack voll Schleckereien für die braven Kinder unterwegs war.
Plötzlich gab es ein Riesengetöse im Vorgarten vor dem Fenster. Kettengerassel an den Scheiben und auf einmal ging das Fenster nach innen auf da es anscheinend nicht richtig verriegelt war.
Ein Krampuskopf mit einer richtig Furchterregenden Perchtenmaske schauter herein, vom Pelz sah man auch noch genug und mit der Rute hat er auch noch herumgefuchtelt. Da hat es sogar dem „Chef“ die Rede verschlagen und er ist ganz blass geworden. Käsemäßig. Ja, und erst die beiden Kleineren, Christina und Christoph, die sind ganz fürchterlich erschrocken und sie zitterten, die Armen. Ich dachte für mich, jetzt haben sie einen Schock fürs Leben und da müssten wir was machen.
Zuerst wurde das Fenster wieder verriegelt und dann sagte ich zu den Kindern: „Das werden wir gleich haben“ und wollte zur Türe hinaus um nach dem Rechten zu sehen.
„Nein Opa, bleib da. Du kannst jetzt nicht rausgehen sonst nimmt er Dich mit“. „Ich hole nur meinen Revolver und dann werden wir schon sehen“ beruhigte ich die Kleinen und lief einen Stock höher um mir meine Smith & Wesson, Kaliber 357 Magnum zu holen und dann war ich schon wieder unten und feuerte einen Schuss in den Dezemberhimmel.

Wer eine 357 Magnum kennt, weiß was die für ein Getöse macht. Dann lief ich noch ein Stückchen ums Eck und setzte noch so einen Ohrenzuknaller. Zurück zu den Kindern sagte ich: „Also beim ersten Schuss da ist er mir noch ausgekommen, aber beim Zweiten habe ich ihn sicher erwischt. Ihr braucht jetzt keine Angst mehr zu haben“. Es war ihnen die Erleichterung über die abgewendete Gefahrdirekt anzusehen.
Keine 5 Minuten später kam zufällig ein Rettungsauto mit tatüü tataa in die Siedlung gefahren. Dazu musste vorher ein Schranken geöffnet werden da sonst keine Autos fahren dürfen und können.
„Holen sie jetzt den Krampus ab?“ „Ja, jetzt wird er ins Krankenhaus gefahren!“
Kurz darauf kam dann der Langersehnte Nikolaus, es wurden die Gedichte aufgesagt, die Leckereien verteilt und der Nikolaus, der von all dem Vorangegangenem nichts wusste, verabschiedete sich mit den Worten: „Und dass Ihr mir alle schön brav bleibt, weil sonst muss ich Euch den Krampus schicken, der versteht keinen Spaß“.
„Den hat aber der Opa schon erschossen und die Rettung hat ihn ins Spital geführt“ tönte es aus Kindermunde.
Auch im Kindergarten und in der Schule vom Martin machte die Geschichte vom erschossenen Krampus die Runde und der Opa Muschelkoch wurde dort eine ausgesprochene Respektsperson.


 
 
© Elke Bräunling

Mia und die Nikolausüberraschung

Morgen ist Nikolaustag. Mia hat ihre Stiefel blank geputzt und am Abend vor ihre Tür gestellt, damit der Nikolaus sie mit Geschenken füllen kann. Weil sie noch nicht einschlafen kann, blättert sie in einem Bilderbuch. Komisch, denkt Mia. Hier sind die Nikolausgeschenke in Strümpfe verpackt. Das ist einfacher. Man muss die Schuhe vorher nicht putzen. Außerdem hat man viel mehr Strümpfe im Schrank als Stiefel. “Wie praktisch”, sagt Mia. Sie setzt sich ans Fenster und späht ins Dunkel hinaus. Vielleicht würde sie den Nikolaus ja kommen sehen, doch langsam wird sie müde und ihre Augen fallen zu.

Auf einmal ist es draußen gar nicht mehr dunkel und winterkalt. Die Sonne scheint, und ein lauer Wind säuselt über Mias Kopf. Toll. Mia läuft durch den warmen Sand in diese fremde, helle Wunderwelt hinaus und blickt sich um. Viel Sand gibt es hier, fremd aussehende Bäume und ein See. Das Schönste aber ist die Wäscheleine, die jemand mitten im Sand aufgestellt hat und die durch das ganze Land gespannt ist. Strümpfe hängen an dieser Leine, nichts als Strümpfe: dunkle und helle, große und kleine, langweilige und bunte, tausend und mehr. "Hihi!” Mia muss lachen. "Das Land der Strümpfe!"

“Falsch”, sagt eine Stimme, “das ist das Land der Überraschungen.”

“Das ist aber eine Überraschung”, sagt Mia und betrachtet sich den Fremden genauer. Er sieht aus wie der Nikolaus, nur trägt er keine Rute bei sich. “Warum hängen hier so viele Strümpfe? Und bist du der Nikolaus?”

Der Fremde lacht. “Ich bin ein Helfer des Nikolaus´”, sagt er. “Und das mit den Strümpfen ist eine alte Geschichte.”

“Erzähle!”, bittet Mia. “Vom echten Nikolaus und von diesen Strümpfen da.”

“Einverstanden”, sagt der Nikolaushelfer. Er setzt sich mit Mia in den Sand und erzählt:

"Der echte Nikolaus war ein schrecklich netter Mann. Er lebte vor langer Zeit in Kleinasien, und wann immer er konnte, half er Menschen, denen es nicht gut ging."

“Fein”, sagt Mia, “aber was hat das mit den Strümpfen zu tun?"

"Das ist eine von vielen Geschichten über Nikolaus. Einmal nämlich hat er einer armen Familie einen Strumpf voller Goldstücke geschenkt. Das war eine wunderbare Überraschung für den armen Familienvater. Nun brauchte er sich nicht mehr um seine Familie zu sorgen! Zum Andenken daran schenkt man sich in vielen Ländern zum Nikolaustag Strümpfe, die mit kleinen Geschenken gefüllt sind."

"Oder Stiefel”, sagt Mia. Dann geht sie zu der Leine mit den vielen Strümpfen hinüber und betastet die Strumpfpäckchen.

“Such dir eins aus!”, sagt der Fremde. Das lässt sich Mia nicht zwei Mal sagen. Schnell wählt sie einen Strumpf mit bunten Sternchen aus. Darin findet sie Lebkuchensterne, Nüsse und ein kleiner Schokoladenikolaus.”

“Danke, Nikolaus!”, sagt Mia. Sie will wieder zu dem Fremden hinübergehen, doch der Boden ist auf einmal so kalt. Mia schüttelt sich und schaut sich um. Sie steht jetzt wieder zu Hause im Flur mit nackten Füßen auf den kalten Bodenfliesen. Das Land der Überraschungen ist verschwunden. Oder doch nicht? Mia schaut auf den Boden. Ein Nikolausstiefel steht vor ihr - und daneben liegt ein Strumpf, gefüllt mit Lebkuchensternen, Nüssen und einen kleinen Schokoladenikolaus.”

Mia lacht. So eine Überraschung. Ob das eben doch kein Traum gewesen war?


© Elke Bräunling

Stiefel für den Nikolaus

Bald ist Nikolaustag. Pia und Pit sitzen in der Küche und polieren Papas Gartenstiefel blitzblank sauber.

"Was macht ihr denn da?", fragt Mama erstaunt. "Stiefel putzen", antwortet Pia. "Siehst du doch!" "Für den Nikolaus!", sagt Pit.

Mama wundert sich. "Papas Stiefel für den Nikolaus? Und ich dachte schon, ihr wolltet Papa eine Freude machen!"

"E-e-es ist nur, weil..." Pia weiß nicht weiter. "Papas Stiefel haben viel mehr Platz für die Nikolausgeschenke als unsere Schuhe!", erklärt Pit. "Da muss der Nikolaus ganz schön viel reinpacken, bis sie voll sind. Schlau, nicht?" "Und Papa ",fügt Pia schnell hinzu, "muss ja auch mal wieder saubere Schuhe haben."

"Ihr Schlauberger!" Mama muss lachen. "Die anderen Kinder werden eure Idee nicht so gut finden. Viel bleibt für sie nämlich nicht übrig, wenn der Nikolaus erst einmal eure großen Stiefel gefüllt hat."

Pia und Pit überlegen. Ob Mama Recht hat? "Der Nikolaus-Sack wird nie leer!", meint Pit schließlich. "Der Nikolaus kann nämlich zaubern!"

"Klar! Zaubern!" Kichernd schlüpft Pia in Papas Stiefel und hampelt wie ein Clown durch die Küche. Lustig sieht das aus: die kleine Pia in den riesigen Papa-Stiefeln!

"Wie der kleine Däumling in den Siebenmeilenstiefeln", sagt Mama und lacht auch. "Wie wer?", fragen Pia und Pit.

Da erzählt Mama das Märchen vom kleinen Däumling, der den bösen Menschenfresser überlistet und seine Brüder mit den Siebenmeilenstiefeln gerettet hat.

Am Abend kann Pia nicht einschlafen. Immer wieder muss sie an den Menschenfresser aus dem Märchen denken. Nicht auszudenken, wenn der plötzlich vor ihr stände! Uihh! Pia fängt an zu weinen: "Mama! Papa! Der Menschenfresser! Er ist hier! Bestimmt."

Mama nimmt Pia in den Arm. "Den bösen Kerl", tröstet sie, "gibt es nur im Märchen!" "Wirklich?" Pia kann es nicht recht glauben. Pit jedoch ist enttäuscht. "Dann gibt es auch diese Siebenmeilenstiefel nur im Märchen?", mault er. "Schade! Bestimmt ist das mit dem Nikolaus auch nur ein Märchen!"

"Nein", sagt Mama. "Den Nikolaus hat es wirklich gegeben. Er lebte vor mehr als 1500 Jahren als Bischof in Myra und hat armen Menschen mit seinen guten Gaben geholfen." "Und bald", fährt Papa fort, "kommt er in der Nacht zu den Kindern und füllt alle Stiefel mit seinen Geschenken. Deshalb müsst ihr nun schnell einschlafen und etwas Schönes träumen. Im Traum nämlich können Wünsche manchmal wahr werden!" "Ehrlich?", fragen Pia und Pit aufgeregt. "Ehrlich", antworten Mama und Papa. "Aber nur manchmal!"

"Dann will ich jetzt ganz schnell schlafen und vom Nikolaus träumen", sagt Pia und -schwups- ist sie auch schon eingeschlafen. Ja, und sie träumt auch vom Nikolaus, nein, besser gesagt von den großen Papa-Stiefeln. Die nämlich stehen auf dem Fensterbrett und sind leer. Doch daneben liegen viele kleine bunte Geschenke: Äpfel, Orangen, Nüsse, Lebkuchen, Süßigkeiten, zwei Schokoladennikoläuse, ein Bilderbuch und eine kleine Stoffpuppe mit einem Wuschelkopf, buntem Pullover, Jeans, Turnschuhen und einem fröhlichen Grinsen im Gesicht.


Schlamperpaule und der Nikolaus

© Elke Bräunling

Mit Aufräumen und Ordnung hatte Paule nichts am Hut. Um so erstaunter war Mutti, als er am Abend vor dem Nikolaustag seine schmutzigen Gummistiefel aus dem Keller holte und blitzblank polierte. "Was ist denn mit dir los?" fragte sie. "Hast du Fieber?" "Nö", grinsten Paules Schwestern. "Paule will beim Nikolaus Eindruck schinden. Hihi!"

"Blöde Ziegen!" murmelte Paule. Er spuckte noch einmal kräftig auf die Stiefel und rieb sie glanztrocken.

"Es wäre eine gute Sache", meinte Mutti, "wenn du auf deinem Schreibtisch auch Ordnung machen und deine Schultasche für morgen packen würdest!" "Und deinen Schrank könntest du auch gleich aufräumen", kicherte Mara. "Da fällt einem ja alles entgegen, wenn man die Tür öffnet." "Und wie ist es mit unserer Spielzeugecke?" beschwerte sich Jula. "Alles hast du wieder durcheinander gebracht."

"Alter Schlamper!" sagte Mutti und grinste.

Am Nikolausmorgen rannte Paule gleich zu seinen Stiefeln. Aber was los? Leer waren sie! Paule schielte zu den Schuhen seiner Schwestern. Die waren gefüllt toll voll gefüllt mit Nikolausgeschenken. Komisch. Paule runzelte die Stirn. Hatte ihn der Nikolaus vergessen? Paule sah in seinen anderen Schuhen nach, doch alle waren sie leer. Nicht ein einziges Nikolausgeschenk konnte Paule finden. Gemein. "Ein schöner Schlamper ist der Nikolaus", maulte er. "Nun hat er mich doch tatsächlich vergessen!?”

Traurig und nachdenklich saß Paule heute am Frühstückstisch. Etwas von seinen leeren Schuhen zu sagen, wagte er nicht. Er konnte heute wirklich überhaupt und gar nicht ertragen, daß ihn alle auslachten. O nein!

"Du mußt ´was essen, Paule", sagte Mutti. "Hab keinen Hunger", murmelte Paule und senkte seinen Kopf tief über den Teller, damit keiner die Tränen in seinen Augenwinkeln sah. Und weil er so tief in seinen Teller starrte, sah er auch nicht, wie sich seine Eltern zuzwinkerten. "Du bist doch sonst immer so hungrig! Hast du Fieber?" fragte Vati.

Paules Schwestern kicherten, schnappten ihre Schultaschen und zogen los. "Für dich wird´s auch Zeit, Paule", mahnte Mutti. "Wo ist denn deine Tasche?"

Die Tasche? Hm! Die lag noch irgendwo in Paules Zimmer. Ungepackt. Wie immer. "Ich hole sie!” Maulend machte sich Paule auf die Suche. Aber wo war die verflixte Tasche nur? Hatte er sie nicht gestern hinter den Schreibtisch geworfen? Oder unters Bett? Paule suchte und suchte, doch seine Tasche fand er nicht. Was für ein blöder Tag! Nun würde er auch noch zu spät zur Schule kommen. Wütend riß er die Schranktür auf, und -plumps- fielen ihm Hosen, Hemden, Sportschuhe, Bälle, Tischtennisschläger, ein Cowboyhut, lang vermißte Spielsachen, der Schulatlas und noch so mancherlei Zeugs, das im Kleiderschrank eigentlich nichts zu suchen hatte, entgegen. Ganz hinten im Schrank aber stand seine Tasche, und die war über und über gefüllt mit den tollsten Nikolauspäckchen, die man sich nur vorstellen konnte.

Wie freute sich da der Paule! "Es stimmt", rief er fröhlich. "Der Nikolaus ist genau so ein Schlamper wie ich."

Dann machte er sich fröhlich -und auch ein bißchen nachdenklich- auf den Schulweg.





“Die heilige Nacht"

Selma Lagerlöf

Als ich fünf Jahre alt war, hatte ich einen großen Kummer. Ich weiß kaum, ob ich seitdem einen größeren gehabt habe. Das war, als meine Großmutter starb. Bis dahin hatte sie jeden Tag auf dem Ecksofa gesessen und Märchen erzählt. Ich weiß es nicht anders, als dass Großmutter dasaß und erzählte, vom Morgen bis zum Abend, und wir Kinder saßen still neben ihr und hörten zu. Das war ein herrliches Leben. Es gab keine Kinder, denen es so gut ging wie uns. Ich erinnere mich nicht sehr viel von meiner Großmutter. Ich erinnere mich, dass sie schönes, kreideweißes Haar hatte und dass sie sehr gebückt ging und dass sie immer dasaß und an einem Strumpfe strickte. Dann erinnere ich mich auch, dass sie, wenn sie ein Märchen erzählt hatte, ihre Hand auf meinen Kopf zu legen pflegte, und dann sagte sie: “ Und das alles ist so wahr, wie dass ich dich sehe und du mich siehst.” Ich erinnere mich auch, dass sie schöne Lieder singen konnte; aber das tat sie nicht alle Tage. Eines dieser Lieder handelte von einem Ritter und einer Meerjungfrau und es hatte den Kehrreim: “ Es weht so kalt, es weht so kalt, wohl über die weite See.” Dann entsinne ich mich eines kleinen Gebets, dass sie mich lehrte und eines Psalmverses. Von allen den Geschichten, die sie mir erzählte, habe ich nur eine schwache, unklare Erinnerung. Nur an eine einzige von ihnen erinnere ich mich so gut, dass ich sie erzählen könnte. Es ist eine kleine Geschichte von Jesu Geburt. Seht, das ist beinahe alles, was ich noch von meiner Großmutter weiß, außer dem, woran ich mich am besten erinnere, nämlich den großen Schmerz, als sie dahinging. Ich erinnere mich am den Morgen, an dem das Ecksofa leer stand und es ungemütlich war, zu begreifen, wie die Stunden des Tages zu Ende gehen sollten. Dran erinnere ich mich. Das vergesse ich nie. Und ich erinnere mich, dass wir Kinder hingeführt wurden, um die Hand der Toten zu küssen. Und wir hatten Angst, es zu tun, aber da sagte uns jemand, dass wir nun zum letztenmal Großmutter für alle die Freude danken könnten, die sie uns gebracht hatte. Und ich erinnere mich, wie Märchen und Lieder vom Hause wegfuhren, in einen langen schwarzen Sarg gepackt, und niemals wiederkamen. Ich erinnere mich, dass etwas aus dem Leben verschwunden war. Es war, als hätte sich die Tür zu einer ganzen schönen, verzauberten Welt geschlossen, in der wir früher frei aus- und eingehen durften. Und nun gab es niemand mehr, der sich darauf verstand, diese Tür zu öffnen. Und ich erinnere mich, dass wir Kinder so allmählich lernten, mit Spielzeug und Puppen zu spielen und zu leben wie andere Kinder auch, und da konnte es ja den Anschein haben, als vermissten wir Großmutter nicht mehr, als erinnerten wir uns nicht mehr an sie. Aber noch heute, nach vierzig Jahren, wie ich da sitze und die Legenden über Christus sammle, die ich drüben im Morgenland gehört habe, wacht die kleine Geschichte von Jesu Geburt, die meine Großmutter zu erzählen pflegte, in mir auf. Und ich bekomme Lust, sie noch einmal zu erzählen und sie auch in meine Sammlung mit aufzunehmen. Es war an einem Weihnachtstag, alle waren zur Kirche gefahren, außer Großmutter und mir. Ich glaube, wir beide waren im ganzen Hause allein. Wir hatten nicht mitfahren können, weil die eine zu jung und die andere zu alt war. Und alle beide waren wir betrübt, dass wir nicht zum Mettegesang fahren und die Weihnachtslichter sehen konnten. Aber wie wir so in unserer Einsamkeit saßen, fing Großmutter zu erzählen an. “Es war einmal ein Mann” , sagte sie, “ der in die dunkle Nacht hinausging, um sich Feuer zu leihen. Er ging von Haus zu Haus und klopfte an. “Ihr lieben Leute, helft mir!” sagte er. “Mein Weib hat eben ein Kindlein geboren, und ich muß Feuer anzünden, um sie und den Kleinen zu erwärmen.” Aber es war tiefe Nacht, so dass alle Menschen schliefen, und niemand antwortete ihm. Der Mann ging und ging. Endlich erblickte er in weiter Ferne einen Feuerschein. Da wanderte er dieser Richtung zu und sah, dass das Feuer im Freien brannte. Eine menge weiße Schafe lagen rings um das Feuer und schliefen, und ein alter Hirt wachte über die Herde. Als der Mann das Feuer leihen wollte, zu den Schafen kam, sah er, dass drei große Hunde zu Füßen des Hirten ruhten und schliefen. Sie erwachten alle drei bei seinem Kommen und sperrten ihre weiten Rachen auf, als ob sie bellen wollten, aber man vernahm kein Laut. Der Mann sah, dass sich die Haare auf ihrem Rücken sträubten, er sah, wie ihre scharfen Zähne funkelnd weiß im Feuerschein leuchteten und wie sie auf ihn losstürzten. Er fühlte, dass einer von ihnen nach seinen Beinen schnappte und einer nach seiner Hand, und dass einer sich an seine Kehle hängte. Aber die Kinnladen und die Zähne, mit denen die Hunde beißen wollten, gehorchten ihnen nicht, und der Mann litt nicht den kleinsten Schaden. Nun wollte der Mann weiter gehen, um das zu finden, was er brauchte. Aber die Schafe lagen so dicht nebeneinander, Rücken an Rücken, dass er nicht vorwärts kommen konnte. Da stieg der Mann auf die Rücken der Tiere und wanderte über sie hin dem Feuer zu. Und keins von den Tieren wachte auf oder regte sich.” So weit hatte Großmutter ungestört erzählen können, aber nun konnte ich es nicht lassen, sie zu unterbrechen. “ Warum regten sie sich nicht, Großmutter?” fragte ich. “Das wirst du nach einem Weilchen schon erfahren”, sagte Großmutter und fuhr mit ihrer Geschichte fort. “Als der Mann fast beim Feuer angelangt war, sah der Hirt auf. Es war ein alter, mürrischer Mann, der unwirsch und hart gegen alle Menschen war. Und als er einen Fremden kommen sah, griff er nach einem langen, spitzigen Stabe, den er in der Hand zu halten pflegte, wenn er seine Herde hütete, und warf ihn nach ihm. Und der Stab fuhr zischend gerade auf den Mann los, aber ehe er ihn traf, wich er zur Seite und sauste an ihm vorbei weit über das Feld.” Als Großmutter so weit gekommen war, unterbrach ich sie abermals. “Großmutter, warum wollte der Stock den Mann nicht schlagen?” Aber Großmutter ließ es sich nicht einfallen, mir zu antworten, sondern fuhr mit ihrer Erzählung fort. Nun kam der Mann zu dem Hirten und sagte zu ihm: “Guter Freund, hilf mir und leih mir ein wenig Feuer. Mein Weib hat eben ein Kindlein geboren, und ich muß Feuer machen, um sie und den Kleinen zu erwärmen.” Der Hirt hätte am liebsten nein gesagt, aber als er daran dachte, dass die Hunde dem Manne nicht hatten schaden können, dass die Schafe nicht vor ihm davongelaufen waren und dass sein Stab ihn nicht fällen wollte, da wurde ihm ein wenig bange, und er wagte es nicht dem Fremden das abzuschlagen, was er begehrte. “Nimm, soviel du brauchst”, sagte er zu dem Manne. Aber das Feuer war beinahe ausgebrannt. Es waren keine Scheite und keine Zweige mehr übrig, sondern nur ein großer Gluthaufen, und der Fremde hatte weder Schaufel noch Eimer, worin er die roten Kohlen hätte tragen können. Als der Hirt dies sah, sagte er abermals: “Nimm, soviel du brauchst!” Und er freute sich, dass der Mann kein Feuer wegtragen konnte. Aber der Mann beugte sich hinunter, holte die Kohlen mit bloßen Händen aus der Asche und legte sie in seinen Mantel. Und weder versengten die Kohlen seine Hände, als er sie berührte, noch versengten sie seinen Mantel, sondern der Mann trug sie fort, als wenn es Nüsse oder Äpfel gewesen wären.” Aber hier wurde die Märchenerzählerin zum dritten Mal unterbrochen. “Großmutter, warum wollte die Kohle den Mann nicht brennen?” “Das wirst du schon hören” , sagte Großmutter, und dann erzählte sie weiter. “Als dieser Hirt, der ein so böser, mürrischer Man war, dies alles sah, begann er sich bei sich selbst zu wundern: “Was kann dies für eine Nacht sein, wo die Hunde die Schafe nicht beißen, die Schafe nicht erschrecken, die Lanze nicht tötet und das Feuer nicht brennt?” Er rief den Fremden zurück und sagte zu ihm: “Was ist dies für eine Nacht? Und woher kommt es, dass alle Dinge dir Barmherzigkeit zeigen?” Da sagte der Mann: “Ich kann es dir nicht sagen, wenn du selber es nicht siehst.” Und er wollte seiner Wege gehen, um bald ein Feuer anzünden und Weib und Kind wärmen zu können. Aber da dachte der Hirt, er wolle dem Mann nicht ganz aus dem Gesicht verlieren, bevor er erfahren hätte, was dies alles bedeutete. Er stand auf und ging ihm nach, bis er dorthin kam, wo der Fremde daheim war. Da sah der Hirt, dass der Mann nicht einmal eine Hütte hatte, um darin zu wohnen, sondern er hatte sein Weib und sein Kind in einer Berggrotte liegen, wo es nichts gab als nackte, kalte Steinwände. Aber der Hirt dachte, dass das arme, umschuldige Kindlein vielleicht dort in der Grotte erfrieren würde, und obgleich er ein harter Mann war, wurde er davon doch ergriffen und beschloss, dem Kinde zu helfen. Und er löste sein Ränzel von der Schulter und nahm daraus ein weiches, weißes Schaffell hervor. Das gab er dem fremden Mann und sagte, er möge das Kind darauf betten. Aber in demselben Augenblick, in dem er zeigte, dass auch er barmherzig sein konnte, wurden ihm die Augen geöffnet, und er sah, was er vorher nicht hatte sehen können, und hörte, was er vorher nicht hatte hören können. Er sah, dass rund um ihn ein dichter Kreis von kleinen, silberbeflügelten Englein stand. Und jedes von ihnen hielt ein Saitenspiel in der Hand, und alle sangen sie mit lauter Stimme, dass in dieser nacht der Heiland geboren wäre, der die Welt von ihren Sünden erlösen solle. Da begriff er, warum in dieser nacht alle Dinge so froh waren, dass sie niemand etwas zuleide tun wollten. Und nicht nur rings um den Hirten waren Engel, sondern er sah sie überall. Sie saßen in der Grotte, und sie saßen auf dem Berge, und sie flogen unter dem Himmel. Sie kamen in großen Scharen über den Weg gegangen, und wie sie vorbeikamen, bleiben sie stehen und warfen einen Blick auf das Kind. Es herrschte eitel Jubel und Freude und Singen und Spiel, und das alles sah er in der dunklen Nacht, in der er früher nichts zu gewahren vermocht hatte. Und er wurde so froh, dass seine Augen geöffnet waren, dass er auf die Knie fiel und Gott dankte.” Aber als Großmutter so weit gekommen war, seufzte sie und sagte: “Aber was der Hirte sah, das können wir auch sehen, denn die Engel fliegen in jeder Weihnachtsnacht unter dem Himmel, wenn wir sie nur zu gewahren vermögen.” Und dann legte Großmutter ihre Hand auf meinen Kopf und sagte: “Dies sollst du dir merken, denn es ist so wahr, wie dass ich dich sehe und du mich siehst. Nicht auf Lichter und Lampen kommt es an, und es liegt nicht an Mond und Sonne, sondern was not tut, dass wir Augen haben, die Gottes Herrlichkeit sehen können.”




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