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Tipps vor den Kauf eines Papageien:


Gesundheits-Checkliste für den Kauf von Papageien/Großsittichen:

Das Gefieder eines gesunden Vogels ist vollständig, glatt und glänzend. Es sollte keine kahlen Stellen aufweisen, nicht zerrupft und gesträubt oder über längere Zeit aufgeplustert sein. Die Augen sind ganz offen, dürfen nicht tränen und verklebt sein. Die Krallen und Zehen müssen vollständig sein, da das Klettern zu den Grundbedürfnissen von Papageien gehört. Der Schnabel darf keine Risse und ausgebrochenen Stellen aufweisen und nicht verfärbt sein. Die Nasenlöcher dürfen keine Verkrustungen aufweisen oder verklebt sein.


 

Wie ”jung” muss ein Papagei beim Kauf sein ?

Ein Papagei sollte frühestens verkauft werden, sobald er futterfest ist. Dies ist von Art zu Art unterschiedlich. Ein Graupapagei wird im Alter zwischen 12 und 14 Wochen futterfest, während es bei großen Araarten ca. 16 bis 18 Wochen dauern kann. Die meisten Nachzuchten werden in dieser Altersgruppe zum Verkauf angeboten, obwohl es für eine ausgeprägte Sozialisation vorteilhaft ist, wenn die Jungtiere bis zu einem Alter von 6 Monaten in einer großzügigen Jugendvoliere zusammenleben können. So können sie neben dem Spielen mit Gleichaltrigen auch noch ihre Flugmuskulatur trainieren. Das ist ein oftmals unterschätzter Punkt, denn viele Jungtiere kommen gleich nach dem Kauf in einen viel zu kleinen Käfig mit völlig unzureichender Möglichkeit des täglichen Freifluges. Somit bin ich wieder beim Thema “PAPAGEIEN MÜSSEN FLIEGEN KÖNNEN !!”

Überlegungen:

Graupapageien: Diese Vögel sind hochintelligent und sehr sprachbegabt. Handzahme Papageien werden sehr personenbezogen und attackieren dann Fremde oder andere Familienmitglieder. Graupapageien im Allgemeinen neigen jedoch sehr häufig zum psychisch- bedingten Federrupfen. Außerdem reagieren sie sehr empfindlich auf schnelle Bewegungen und plötzlich auftretenden Lärm. Graupapageien können in relativ kleinen Käfigen gezüchtet werden, wobei schattige Areale in der Voliere von Vorteil sind.

Amazonen: Diese Papageien neigen sehr leicht zur Verfettung. Es sollte ihnen daher fettarmes Futter und möglichst große Flugvolieren (größer als 3 Meter sind ideal) angeboten werden. Psychisch bedingtes Federrupfen findet man bei diesen Vögeln sehr selten. Handzahme Tiere sind oft noch stärker personenbezogen als Graupapageien. Die Sprachbegabung ist ähnlich gut als bei Graupapageien ausgeprägt, jedoch mit einer wesentlich stärkeren Gesichtsmimik (Pupillenbewegung).

Rosakakadu: Diese Kakadus eignen sich meiner Meinung nach sehr gut für die Volierenhaltung. Sie sind leicht zu zähmen und bleiben auch bei viel Beschäftigung im Schwarm zahm. Handaufzuchten vom Rosakakadu sind sehr anhängliche Tiere die eher selten Persohnenbezogen sind. Die Handaufzuchten verwildern auch sehr schnell, wenn man ihnen wenig Aufmerksahkeit schenkt. Auch Rosakakadus können deutlich sprechen lernen.



Kauf:

In den letzten 10 Jahren ist es engagierten, privaten Haltern gelungen zahlreiche Papageienarten nachzuzüchten. Durch die Technik der Handaufzucht werden auch völlig zahme Tiere angeboten, die sich hervorragend als Haustiere eignen. Da einzeln gehaltene Papageien sehr viel Zeit des Besitzers in Anspruch nehmen ist die paarweise bzw. Gruppenhaltung vorzuziehen. Solche der Natur entnommene Tiere sollten nur paarweise oder in Gruppen ausschließlich für die Zucht gehalten werden. Der Verkauf von Wildfängen zur Einzelhaltung ist durch nichts zu rechtfertigen. Wildfänge werden nach der Einfuhr mit einem nachträglich angebrachten verbolzten Ring gekennzeichnet.

 

Unterbringung:

Eine tiergerechte Haltung ist nur dann gegeben wenn die Vögel die Möglichkeit haben in ihrer Unterbringung zu fliegen (Käfig, Voliere). Kleinere Käfige sind nur dann akzeptabel, wenn sie ausschließlich als Fress- oder Schlafplätze dienen. Tagsüber sollten die Vögel die Möglichkeit haben sich überwiegend außerhalb des Käfigs aufzuhalten. Freiflug in der Wohnung ist nur bei Beaufsichtigung erlaubt. Während der Abwesenheit des Besitzers sollte aber grundsätzlich immer darauf geachtet werden, dass sich die Vögel innerhalb des Käfigs befinden, denn unbeaufsichtigte Papageien, die sich frei in der Wohnung bewegen, bringen sich selbst und auch die Einrichtungsgegenstände in Gefahr. Das kann nicht nur fatale Folgen für die Möbel sondern vor allem auch für die Gesundheit des Vogels haben. In jedem Haushalt gibt es Dinge die direkt oder indirekt gefährlich sein können wie Spiegel, Fenster, Wände, Zimmerpflanzen, elektrische Kabel und bleihaltige Gegenstände. Vögel auf freien Sitzstangen können durch plötzlichen Lärm oder starke Erschütterung erschreckt werden.

 

 

 

Futter:

Um Papageien bei guter Gesundheit zu erhalten, müssen sie so wie der Mensch die wichtigsten Nährstoffe (Eiweiß, Kohlehydrate, Fette, Mineralstoffe, Vitamine und Wasser) in einem ausgewogenen Verhältnis zu sich nehmen. Frisches Trinkwasser muss mindestens einmal täglich verabreicht werden. Leider sind die exakten Werte für die unzähligen verschiedenen Vogelarten noch nicht genau erforscht. Im Verkauf erhältliche Vogelnahrung die als "vollständig" und "ausgeglichen" angepriesen wird, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Immer wieder werden Mischungen aus Sämereien als vollständiges Futter angepriesen.





 

Ein häufiger Fehler: Obst, Gemüse und Körnermischung werden gleichzeitig angeboten. Sehr oft nehmen Papageien dann nur fettreiche Körner aus der Samenmischung auf und vernachlässigen das Obst und Gemüse. Trotz reichlichem Angebot kann es dabei zu einer extrem einseitigen Ernährung mit allen Folgeerscheinungen kommen.

Folgende Gemüsesorten können unbedenklich, in zerkleinerter Form gegeben werden: Karotten, Rote Rüben, Spinat, Fisolen, Paprika, Pfefferoni, Speisekürbis, Salat, Brokkoli, Hagebutten, Erbsen, Linsen, Bohnen (eingeweicht oder gekocht), Tomaten, Karfiol, Gurken, Kürbis, Zucchini, usw.

Folgende Obstsorten können unbedenklich, in zerkleinerter Form gegeben werden: Bananen, Äpfel, Zwetschgen, Birnen, Orangen, Mandarinen, Marillen, Mangos, Kiwis, Melonen, Weintrauben, Erdbeeren, Himbeeren, Rhabarber, Heidelbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Pfirsiche, Papaya, Litschis, Stachelbeeren, usw.









 

 

Der Käfig

Die meisten Papageien sind sehr Fluggewandte Vögel, so dass eine Unterbringung im Käfig nur für einen zahmen Vogel in Frage kommt, der täglich die Möglichkeit zum Freiflug im Zimmer erhält. Diese Ausflüge sollten nur unter Aufsicht gestattet werden, da ansonsten das Mobiliar in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Selbstverständlich bleiben während der Freiflüge Türen und Fenster geschlossen. Glasscheiben müssen entweder durch das Anbringen von Vorhängen oder durch das Aufhängen von Blumenampeln gesichert werden, da der Papagei sie nicht als Hindernis erkennen kann. Bei einem Rundgang zusammen mit dem Vogel, kann man Diesen mit den Gefahrenquellen vertraut machen. Ein Papagei, der nicht beaufsichtigt werden kann, wird in einem Käfig untergebracht. Ein solcher Käfig kann niemals zu groß, sehr leicht aber zu klein sein. Viele, der im Zoofachhandel angebotenen Käfige sind ungeeignet, da sie den Vogel in seinen Bewegungen zu sehr einschränken. Ein Käfig sollte mindestens so groß sein, dass sein Bewohner darin mit den Flügeln schlagen kann, ohne dass die Schwungfedern die Wände berühren.

Ein Papageienkäfig besteht zweckmäßigerweise aus Metall. Das Käfiggitter sollte aus horizontal verlaufenen Stäben bestehen, damit der Vogel beim Klettern Halt findet. Beim Kauf eines Käfigs achte man unbedingt darauf, dass Schubladen mit hohem Rand vorhanden sind, die die tägliche Reinigung erleichtern. Leider hat man bei manchen im Handel erhältlichen Käfigen den Eindruck, dass der verantwortliche Konstrukteur noch nie einen Vogel gepflegt hat. Kleine Türen, Futternäpfe am Boden, gefährdende Ösen sind nur einige Beispiele für Fehlkonstruktionen. Wie Sie einen handelsüblichen Käfig zu einem Vogelheim umbauen können erfahren Sie hier. Als Bodenbelag empfiehlt sich u.a. Zeitungspapier, da es sich leicht täglich entfernen lässt. Fängt der Papagei jedoch an, die Zeitung zu zerreißen und darauf herum zu kauen, verwendet man besser Sand als Einstreu. Ebenfalls bewährt hat sich ein Mineraleinstreu der Marke "Pyrolan", welches mittels einer Katzentoilette-Schaufel täglich problemlos zu reinigen ist. Besonderes Augenmerk verlangen auch die Sitzstangen. Die üblicherweise mit den Käfigen mitgelieferten Hartholzstangen sind zwar leicht zu reinigen, haben aber den Nachteil, dass sie dem Vogelfuß keine Abwechslung bieten. Naturäste in verschiedenen Stärken sind deutlich besser geeignet. Wichtig ist auch eine ausreichende Anzahl von Futternäpfen. Den Trinknapf eingeschlossen, müssen drei bis fünf, leicht zu reinigende Gefäße vorhanden sein.

Die Zimmervoliere

Eine Zimmervoliere ist eine gute Alternative zum Käfig, aber auch hier gilt: ist sie nicht groß genug das ihr Papagei darin fliegen kann, braucht er unbedingt täglichen Freiflug. Zimmervolieren gibt es in vielen Größen und Ausführungen. Es lohnt, sich da genauer umzuschauen denn Qualität und Preise variieren erheblich. Sie können sich eine Zimmervoliere auch selber bauen. Das sollten Sie beim Kauf des Käfigs/Voliere beachten: Es dürfen keine scharfen Ecken und Kanten vorhanden sind. Es sollten keine Verzierungen die der Vogel abknabbern und verschlucken kann angebracht sein. Die verarbeiteten Lacke nicht bleihaltig sind. Die Verdrahtung stabil ist. Die Käfigtür sicher zu verschließen sein.

Die Außenvoliere

Eine Außenvoliere mit einem anschließenden Schutzraum ist das Optimale für den Papageien. Der Schutzraum muss beheizbar sein und immer eine, je nach Papageienart entsprechende Temperatur haben. Die Voliere sollte ein festes Fundament haben und darauf die eigentliche Volierenkonstruktion befestigt sein. Man kann Außenvoliere bei einigen Herstellern auch nach Maß anfertigen lassen, oder Fertignormteile verwenden. Bei der Umsetzung aus der Wohnung in die Außenvoliere ist der Frühsommer die beste Zeit, da der Temperaturunterschied nicht allzu groß ist. Haben sich die Papageien erst einmal an die Außentemperaturen gewöhnt, können sie auch im Winter draußen (bzw. im Schutzraum) gehalten werden.

Die Einrichtung

Als Sitzstangen nehmen Sie am besten Naturäste aus Buche, Nussbaum oder Obstbäume. Unterschiedliche Durchmesser dienen dem Vogel als Fußgymnastik. Zusätzlich werden mit der Rinde Mineralien aufgenommen und Beschäftigung geboten, durch benagen der Äste. Die Äste - so weit wie möglich unten angebracht - verhindern eine Verschmutzung mit Kot. Abwechslung bieten sie ihm durch frische Zweige, Seile, Schaukeln, papageiengerechtem Spielzeug. Es sollten mehrere Futternäpfe bereitgestellt werden. Hier eignen sich am besten Edelstahlnäpfe da sie sich gut reinigen lassen. Einen Napf benötigen Sie für Obst, Gemüse, einen für Wasser, einen für Körnerfutter. Die Unterbringung sollten Sie an einem hellen zugfreien Ort vornehmen und nicht in direkter Nähe von einem Fernseher. Schützen Sie Ihn vor direkter Sonneneinstrahlung und sorgen Sie für genügend Frischluft

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