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Wissenwertes über Kaninchen und ihre Haltung

 

8 Grundbedürfnisse eines Kaninchen

  • Sozialkontakt mit Artgenossen

Nie Einzelhaltung!

  • Bewegung

großer Lebensraum

  • Nagen

natürliche Nagematerialien bereitstellen

  • Graben

Naturmaterial

  • Sich verstecken

Unterschlupfe bieten

  • Überblick

erhöhte Ebenen

  • Abwechslung

Veränderungen im Gehege

  • Ruhepausen

Rücksichtnahme

Sozialkontakt – Kaninchen sind Gemeinschaftstiere

Kaninchen sind gesellige Tiere die in großen Gruppen leben. Es ist für sie sehr wichtig, wer in der Hierarchie ganz oben steht und wer unten. Jedes Kaninchen hat in seiner Gruppe einen Platz. Das heißt nicht, dass in der Kaninchengruppe jeder jeden gleich liebt. Bestimmte Tiere sind sehr aufeinander fixiert, andere weniger. Gleichgültig sind sie sich aber nie. Einzelhaltung muss daher strikt abgelehnt werden. Ein einzeln gehaltenes Tier leidet unter der Isolation! Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass nur ein anderes Kaninchen das Bedürfnis nach Gesellschaft stillen kann. Nicht der Mensch und auch nicht, wie so oft irrtümlich praktiziert, das Meerschweinchen. Es handelt sich um unterschiedliche Tiere, die einander nicht verstehen. Sie haben völlig unterschiedliche Ausdrucksformen. Nur weil sie relativ friedlich miteinander auskommen, heißt das noch lange nicht, dass ein Meerschweinchen ein artgerechter Ersatz für ein anders Kaninchen ist.

 

Außenhaltung

! Der Grund für Außenhaltung darf nicht eine Abschiebemaßnahme sein, denn wenn das nötige Engagement für diese Haltungsform fehlt, dann kann sie gefährlich werden und die Tiere zahlen das mit großem Leid bis hin zum Tode!

Wer einen Garten hat, kann seinen Kaninchen einen wirklich schönen und natürlichen Lebensraum gestalten. Wenn hier von Außenhaltung die Rede ist, ist nicht die Haltung in Boxen oder Ställen gemeint, sondern eine Unterbringung in einem freizügigen Gehege. Für 2 bis drei Tiere sollte von einem Mindestmaß 6 Quadratmeter Fläche ausgegangen werden. Wenn Kaninchen in der Natur leben, müssen sie viel Bewegungsspielraum haben um den Wettereinflüssen stand zu halten. So ein Gehege zu bauen und gestalten kostete Zeit, Geld und harte Arbeit. Das zahlt sich aber aus, denn wirklich glücklich sind Kaninchen nur an der frischen Luft. Man kann Kaninchen ganzjährig draußen halten, das ist aber wegen der Witterung an einige Bedingungen gebunden. Wichtige Rollen dabei spielen Wetterfestigkeit, Ein- und Ausbruchssicherheit, sowie Pflege.

Ein stabiles Außengehege muss:

  • in die Erde eingelassen sein, da Kaninchen buddeln,
  • vor Greifvögeln, Wildtieren einbruchsicher sein,
  • begehbar durch den Mensch sein, sonst ist Reinigung und Beobachtung der Tiere schwierig,
  • bei Regenperioden abdeckbar sein, damit Erdreich nicht schlammt,
  • viele Versteckmöglichkeiten anbieten

 

Kaninchensprache                         

Körpersprache

Interpretation

Haken schlagen

Freude, Ausgelassenheit

sich wälzen

Wohlbefinden

hintereinander her jagen

fangen (spielen) oder jagen (Dominanz verdeutlichen, Position abstecken)

Männchen machen

Aufmerksamkeit, Neugierde

Scharren

Buddelinstinkt

Klopfen (mit Hinterlauf)

Ärger, Angst, Schreck oder auch Aggression (situationsbedingt), Drohen

Mit dem Kinn über Dinge streifen

markieren um Revier abzustecken (Duftstoffe aus Kinndrüse)

Seitenlage

Ausruhen

gegenseitiges Abschlecken

Zuneigung untereinander, Kontaktpflege, Nähe

Anstupsen mit Schnäuzchen

Begrüßung „Hallo“; an Mensch gerichtet: ich habe Hunger oder streichele mich!

Wegstupsen

„Danke! Es reicht, ich will meine Ruhe.“

leise mahlende Geräusche mit Gebiss

Wohlbefinden beim Kraulen

starkes Zähneknirschen

Schmerzen

Kopf flach auf den Boden gedrückt

Unterwerfungsgeste

Kopf flach auf den Boden gedrückt, Augen weit aufgerissen, Ohren angelegt, schnelle Atmung

Angst

Kotkügelchen verteilen trotz fester Kloecke

Markieren des Reviers

 

Käfige und Tierschutznorm

Kaninchen brauchen die Bewegung, sie müssen hoppeln, Sprünge machen und Haken schlagen können. In einem konventionellen Käfig geht dies alles nicht. Hinter den Gitterstäben zu sitzen kommt einem Gefängnis gleich.

Die im Handel erhältlichen Käfige erfüllen in der Regel die Tierschutzverordnung, das ist widersprüchlich, denn wie oft erwähnt, kann ein Kaninchen im Käfig nicht artgerecht gehalten werden – auch nicht bei Maßen von 120cm X 60cm. In diesem Käfig kann man Kaninchen weder in Gruppen halten, noch ist Springen und Haken schlagen möglich, Männchen machen geht nicht und Graben auch nicht. Fast alle der Grundbedürfnisse sind nicht möglich.

Die Verfasser der Tierschutzverordnung mussten verschiedene „Parteien“ berücksichtigen: Forschung, Industrie, Mast, Zucht und Hobby Tierhaltung. Die festgelegten Mindestmaße richten sich nach Labortierhaltung.

Der Gesetzgeber appelliert auch mit der Forderung nach tiergerechter Haltung an den gesunden Menschenverstand der Heimtierhalter /innen und an ihre Bereitschaft, ihren Schützlingen ein artgemäßes Verhalten zu ermöglichen. Der Hinweis auf die Einhaltung Mindestnormen darf also nicht als Ausrede benutzt werden, den Tieren einen engen Käfig zu kaufen und sie Tag und Nacht dort einzusperren.

Für eine artgerechte Haltung gilt 2 qm pro Kaninchen!!!!

 



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